Im Juni hat das Institut für Bienenschutz (JKI) die dritte von fünf diesjährigen Erfassungsrunden des Bienenmonitorings an 16 Standorten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen abgeschlossen. Die meisten der über 600 Wildbienenarten Deutschlands sind nur für wenige Wochen im Jahr flugaktiv. Entsprechend kann man viele Arten grob in Frühjahrs-, Frühsommer- und Spätsommerbienen unterteilen. Daher erfordert das Monitoring wiederholte Beprobungen im Jahresverlauf. Nur so lässt sich die Vielfalt der Bienengemeinschaften in den Agrarlandschaften umfassend abbilden.
Über die in diesem Frühjahr nachgewiesenen Bienen lassen sich bereits einige Informationen ableiten. So wurden im April und Mai 2026 rund 30% mehr Wildbienenindividuen im Vergleich zum Vorjahr erfasst. Honigbienen wurden im Frühjahr an einem Großteil der Standorte nachgewiesen. Das unterstreicht die Bedeutung dieser von imkerlicher Betreuung abhängigen Bienen für die Bestäubergemeinschaften in heimischen Agrarlandschaften. Auch Hummeln konnten bereits an nahezu allen Standorten nachgewiesen werden, obwohl die Völker dieser Bienengruppe im Frühjahr meist noch sehr wenige Arbeiterinnen umfassen.
Um die Bestände der Bestäuber zu schonen, werden im Bienenmonitoring keine kontinuierlichen Erfassungen durchgeführt. Stattdessen werden fünf Erfassungstermine so am phänologischen Jahresverlauf ausgerichtet, dass sie sich über die gesamte Bienensaison erstrecken. So fallen die beiden Frühjahrstermine auf den Beginn der Winterrapsblüte bzw. auf den Blühbeginn des Schwarzen Holunders (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Allein im Zeitraum 2024-2026 lagen die Kalenderdaten dieser phänologischen Ereignisse in den Untersuchungsgebieten jahresabhängig um Tage bis Wochen auseinander. Daraus wird ersichtlich, dass die Berücksichtigung der Phänologie gerade im Frühjahr essentiell ist, um über mehrere Jahre vergleichbare Daten zu generieren.
Weitergehende Informationen zum Monitoring der Bienengemeinschaften finden sich hier.