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Tag des Unkrauts: Warum vermeintliche Störenfriede für die Natur wichtig sind

Am 28. März 2026 wird der internationale Tag des Unkrauts begangen.

Wildbiene auf Kamillenblüte
© JKI

Der Aktionstag lädt dazu ein, Pflanzen genauer zu betrachten, die im Garten oder auf landwirtschaftlichen Flächen häufig als unerwünscht gelten – für die Natur jedoch eine wichtige Rolle spielen.

Pflanzen wie Löwenzahn, Klatschmohn oder Disteln werden oft als störend empfunden und bekämpft. Ökologisch sind sie jedoch von großer Bedeutung: Viele dieser Arten bieten Bestäubern ein reiches Angebot an Pollen und Nektar und dienen zugleich als Lebensraum für spezialisierte Insektenarten.

Der Tag des Unkrauts soll daher das Bewusstsein dafür stärken, dass nicht jede als „Unkraut“ bezeichnete Pflanze tatsächlich schädlich ist. Häufig handelt es sich vielmehr um einen wichtigen Bestandteil funktionierender Ökosysteme.

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Im Rahmen des MonViA-Projekts „Ackerunkrautdiversität“ wird die Vielfalt von Ackerunkräutern systematisch untersucht. Ziel ist es, einen Indikator zu entwickeln, mit dem sich die Unkrautdiversität auf landwirtschaftlichen Flächen messen lässt. So soll eine belastbare Datengrundlage zum aktuellen Zustand und zur langfristigen Entwicklung der Artenvielfalt in Agrarlandschaften geschaffen werden.

Darüber hinaus soll ein langfristiges Monitoring zeigen, wie sich veränderte landwirtschaftliche Anbaumethoden sowie der Wandel von Landnutzung und Agrarstrukturen auf diese Pflanzenvielfalt auswirken. Die Ergebnisse können künftig auch als Grundlage für eine evidenzbasierte Politikberatung dienen.

Weitere Informationen zum Projekt sind online verfügbar: https://www.agrarmonitoring-monvia.de/organismenvielfalt/ackerunkraeuter/indikator-ackerunkraeuter

Der Aktionstag erinnert damit daran, beim nächsten Spaziergang oder im eigenen Garten genauer hinzusehen – und dem sogenannten Unkraut vielleicht eine zweite Chance zu geben.