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Neuigkeiten vom Bienenmonitoring in Agrarlandschaften

Das Institut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut (JKI) hat das zweite Jahr der Pilotierung eines Langzeitmonitorings von Bienen in Agrarlandschaften abgeschlossen

Jahreskreislauf mit Bienenbildern auf Blüten
Phänologischer Jahresverlauf und charakteristische Besonderheiten des Jahres 2025 an den Beobachtungsstandorten des Bienenmonitorings. Im Laufe des Jahres wiederkehrende Entwicklungsphasen der Vegetation sind eng mit Witterung und Klima verbunden. Die Beprobungstermine sind daher stark an die Phänologie gekoppelt. * Quelle: Deutscher Wetterdienst (https://www.dwd.de)
© JKI, Institut für Bienenschutz

Im August wurde die zweite Erfassungssaison des Bienenmonitorings an 16 ausgewählten Monitoringstandorten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen abgeschlossen. Im Rahmen der vorhergehenden Machbarkeitsstudien wurden Erhebungsmethodik und -zeitraum optimiert. Insgesamt fünf über die Bienensaison verteilte Erfassungstermine wurden von März bis August 2025 realisiert. Diese Termine sind an das Auftreten des Blühbeginns heimischer Pflanzenarten gebunden. Da sich Bienengemeinschaften durch einen kontinuierlichen Artenwechsel im Jahresverlauf auszeichnen, wird mit der phänologischen Verankerung sichergestellt, dass die Bienengemeinschaften an den verschiedenen Standorten und über die Jahre hinweg vergleichbar beprobt werden. Im Vergleich zu 2024 wurde 2025 im Untersuchungsgebiet ein um mehrere Tage nach hinten verschobener Jahresverlauf beobachtet.

Vorläufige Auswertungen zeigen deutliche Jahreseffekte in der Verteilung der Gesamt- und Bienenbiomasse.  2025 wurde rund 14% mehr Gesamtbiomasse erfasst als 2024. Die Biomasse der Bienen nahm sogar um 25% zu, verglichen mit dem Vorjahr. Besonders ausgeprägt war die Zunahme der Aktivitätsdichte der Hummeln, die in 2025 fast das Vierfache des Vorjahres betrug.

Grundsätzlich wird eine Abnahme der erfassten Aktivitätsdichte der Wildbienen vom Frühjahr im weiteren Jahresverlauf beobachtet. Diese Entwicklung folgt vermutlich einem generellen phänologischen Jahrestrend, der auch in anderen Untersuchungen beobachtet wurde. Anders als 2024 wurden jedoch im Juli die höchsten Beobachtungswerte innerhalb des Jahres 2025 verzeichnet. In diesem Monat wurde über 50% der in 2025 erfassten Insektenbiomasse, 30% der Bienenbiomasse und 40% der gesamten Bienenaktivitätsdichte ermittelt.

Über zwei Jahre konnte an allen Monitoringstandorten die Präsenz von Honigbienen nachgewiesen werden. Um jedoch jährliche und jahreszeitliche Fluktuationen der Honigbienenpräsenz in den untersuchten Agrarlandschaften einzuschätzen, sind weitere Erhebungen in den kommenden Jahren erforderlich. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, Monitoringdaten mehrfach im Jahr und über mehrere Jahre wiederholt zu erfassen, um Entwicklungstrends von Bienengemeinschaften verlässlich abbilden zu können.

Weitergehende Informationen finden sich hier und hier.