Unter Federführung von Christian Levers vom Thünen-Institut für Biodiversität beschreibt ein Autorenteam aus dem Thünen-Institut, dem Julius Kühn-Instiut (JKI), der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der Universität Bonn den Stand des Biodiversitätsmonitorings in Deutschland.
Das Kapitel ordnet bestehende Monitoringsprogramme ein und benennt zentrale Datenlücken, etwa bei Langzeitreihen, Bewirtschaftungsdaten und Ökosystemfunktionen. Im Mittelpunkt steht dabei MonViA: Das Verbundprojekt erfasst Habitat-, Arten- und genetische Vielfalt, von Landschaftselementen und Fruchtfolgen über Wildbienen und Schwebfliegen bis zu Nutztierrassen. Dazu zählen bspw. satellitengestützte Kompositindikatoren wie der Farmland Habitat Biodiversity Indicator, der die Habitatqualität von Agrarlandschaften bundesweit flächendeckend abbildet, sowie das Citizen Science basierte Hummel- und Wildbienenmonitoring, an dem sich über 100 Freiwillige beteiligen. Auch sich in der Entwicklung befindende Indikatoren, etwa zum Bodenmikrobiom und zur Erfassung von Bienen mit Farbschalen, werden vorgestellt.
Das Autorenteam diskutiert weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten für aktuelle und zukünftige Monitoringprogramme, beispielsweise durch die Einbindung von Citizen Science und Landwirt:innen und die Nutzung neuer Erfassungsansätze wie Umwelt-DNA, Kamerafallen und akustisches Monitoring. Zudem plädiert das Autorenteam für eine langfristige Finanzierung von Biodiversitätsmonitoringprogrammen sowie einen besseren Zugang zu Landnutzungsdaten.
Das Kapitel unterstreicht damit: Ein integriertes, langfristig abgesichertes Biodiversitätsmonitoring ist die Grundlage, um Trends in Agrarlandschaften zu erkennen, politische Maßnahmen zu bewerten und eine nachhaltige, resiliente Landwirtschaft zu fördern.
Das Kapitel wurde als Teil des Open Access Bands “Improving biodiversity monitoring of agricultural landscapes” von Felix Herzog (ehemals Agroscope) herausgegeben. Das Kapitel kann hier online und hier als pdf kostenlos heruntergeladen werden.