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Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften – Erste Ergebnisse aus dem Hummel-Monitoring 2025

Das Hummelmonitoring des Thünen-Instituts konnte 2025 die Anzahl begangener Transekte erneut steigern. Hummeln aus 15 Artengruppen wurden gefunden. Auch drei Rote-Liste Arten waren dabei: Gras-, Sand- und Bunthummel.

Grafische Darstellung der Hummelfunde
Übersicht über die gemeldeten Hummelarten und Artengruppen der Saison 2025
© Frank Sommerlandt / Thünen-Institut

Erneut Steigerung der Anzahl begangener Transekte

Das Hummel-Monitoring ist 2021 mit einer kleinen Auswahl an Testflächen gestartet und verzeichnet seit 2022 einen jährlichen Zuwachs an Ehrenamtlichen, die sich in dem Programm engagieren und eine steigende Anzahl an Transekten betreuen. In der Saison 2025 haben in ganz Deutschland ca. 130 Ehrenamtliche 76 Transekte betreut. Dabei kamen 460 Transektbegehungen zusammen, bei denen insgesamt 15 verschiedene Hummelarten und Artengruppen beobachtet werden konnten. Auf jedem Transekt wurden über das Jahr durchschnittlich 18 Hummelindividuen aus drei bis vier verschiedenen Arten nachgewiesen, was in etwa dem Niveau der vergangenen Jahre entspricht. Ein Update der Indikatoren des Wildbienen-Monitorings des Thünen-Instituts erscheint bald auf der MonViA Website. Aufgrund der kurzen Datenreihe lassen sich aber noch keine langfristigen Trends ableiten.

Hummeln aus 15 Artengruppen wurden gemeldet

Die 2025 mit Abstand am häufigsten nachgewiesenen Arten waren Ackerhummeln (Bombus pascuorum), die mehr als jede dritte Beobachtung ausmachten. Ihnen folgten Erdhummeln (B. sensu stricto) und Steinhummeln (B. lapidarius). Die drei häufigsten Arten bzw. Artengruppen machten insgesamt mehr als 75 % aller Beobachtungen aus. Die vierthäufigste Art war die Bunthummel (B. sylvarum) eine Art, die nach der Roten Liste Deutschland in die Kategorie „Vorwarnliste“ eingeordnet ist. Die Art war auch in den letzten Jahren unter den Top 5 der häufigsten Arten im Hummel-Monitoring. Dies spricht dafür, dass diese Art vergleichsweise gut in der Agrarlandschaft zurechtkommt. In diesem Jahr konnten zudem wieder zwei Arten gemeldet werden, die nach Rote Liste als gefährdet bzw. stark gefährdet gelten: die Grashummel (B. ruderarius) und die Sandhummel (B. veteranus).

Mehr als 260 verschiedene Interaktion aus Hummelarten und (Wild-)Pflanzen wurden beobachtet

Das Vorkommen von Nahrungspflanzen und geeigneten Nisthabitaten sind maßgebliche Faktoren für das Vorkommen von Hummeln. Aus diesem Grund werden im Hummel-Monitoring neben den Hummelarten auch Daten zu Nahrungspflanzen erhoben. In der Saison 2025 wurden mehr als 1.460 Nahrungspflanzen erfasst, die insgesamt 89 verschiedenen Pflanzengattungen zugeordnet werden konnten. Mehr als 260 verschiedene Kombinationen für die Interaktion aus Hummelarten und (Wild-)Pflanzen wurden dabei beobachtet. Die attraktivsten Pflanzen kamen aus den Familien der Lippenblütler (Lamiaceae), Hülsenfrüchte (Fabaceae), Korbblütler (Asteraceae), Rosengewächsen (Rosaceae) und Raublattgewächsen (Boraginaceae)

Hintergrundinfo

Seit 2022 führt das Thünen-Institut das Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften durch und erhebt standardisierte Daten zu den wichtigen Bestäubern und das in mittlerweile 14 der 16 Bundesländer Deutschlands. Den Hummeln ist dabei ein eigenes Monitoring-Programm gewidmet.

Hummeln sind aufgrund einer effektiven Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen von großer ökologischer und ökonomischer Bedeutung. Gleichzeitig stehen ihre Bestände aufgrund sich verändernder Umweltbedingungen weltweit unter Druck. Mit dem Hummel-Monitoring in Agrarlandschaften sammelt das Thünen-Institut mit Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher deutschlandweit wichtige Daten zur Verbreitung und Häufigkeit dieser wichtigen Bestäubergruppe. 

Ehrenamtliche laufen dafür monatlich von März bis Oktober festgelegte, 500 Meter lange Strecken (Transekte), fangen Hummeln, fotografieren und dokumentieren sie und lassen sie wieder frei. Durch die so gewonnenen Datenreihen lassen sich über längere Zeiträume Bestandsentwicklungen dokumentieren und maßgebliche Treiber in der Agrarlandschaft ableiten. 

Weitere Informationen zum Hummel-Monitoring in Agrarlandschaften – inklusive der Ergebnisse der letzten Jahre und Hinweise, wie man sich beteiligen kann – finden sich auf der Projektseite https://wildbienen.thuenen.de/.
Kontakt: Dr. Frank Sommerlandt (frank.sommerlandt(at)thuenen(dot)de)