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Rund drei Viertel der weltweit angebauten Nutzpflanzenarten und knapp 90 % aller Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Wildbienen zählen dabei zu den wichtigsten Bestäubern und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie zur Ernährungssicherheit. Gleichzeitig sind von den etwa 600 in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten rund 52 % gefährdet. Vor diesem Hintergrund kommt der Landwirtschaft, die rund 50 % der Landesfläche einnimmt, eine zentrale Rolle für den Schutz und die Förderung von Wildbienen zu.
Mit dem Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften wird eine wissenschaftlich belastbare Datengrundlage geschaffen, um Veränderungen in Wildbienenbeständen und ihren Habitaten zu beschreiben und in Zusammenhang mit Veränderungen in der Agrarlandschaft zu setzen. Im Fokus des Monitorings stehen dabei zwei funktionelle Gruppen: Hummeln und hohlraumnistende Wildbienen. Ihre Erfassung erfolgt über ein bundesweit repräsentatives Stichprobenflächenset und standardisierte Monitoringmethoden. Neben modernen molekularbiologischen Ansätzen kommt insbesondere bürgerwissenschaftliches Engagement (Citizen Science) zum Einsatz. Dadurch wird zusätzlich das gesellschaftliche Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen der Ausgestaltung der Agrarlandschaft, der Verbreitung und Häufigkeit von Wildbienen und der landwirtschaftlichen Produktion geschärft, wodurch wiederum Transformationsprozesse begleitet werden können.