Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite
Rund ein Viertel der in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten nistet oberirdisch in bestehenden Hohlräumen. Hohlraumnistende Arten weisen ein breites Spektrum funktioneller Merkmale auf und erbringen insbesondere im Obstbau, aber auch in anderen landwirtschaftlichen Kulturen, wichtige ökologische Dienstleistungen als Bestäuber. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Flugradien reagieren sie besonders sensibel auf Veränderungen der Landschaftsstruktur und eignen sich daher als wichtige Indikatorarten für den Zustand der Agrarlandschaft.
Die Bereitschaft, künstliche Nistmöglichkeiten anzunehmen, ermöglicht eine standardisierte, bestandsschonende und Citizen-Science basierte Erfassung dieser Artengruppen. Im Submodul „Monitoring hohlraumnistender Wildbienen“ werden hierfür in 3 × 3 km² großen LUCAS-Flächen sechs Nisthilfepaare installiert. Die Flächen werden aus einer bundesweiten Stichprobe von 950 Untersuchungsflächen mit mindestens 30 % landwirtschaftlichem Flächenanteil ausgewählt. Die Datenerhebung erfolgt mit Unterstützung von Ehrenamtlichen in einem zweijährigen Turnus: Im ersten Jahr wird eine fototaxonomische Erfassung durchgeführt, die im zweiten Jahr durch Metabarcoding auf Basis von Umwelt-DNA (eDNA) ergänzt wird.
Während der vierjährigen Initialphase zur Erfassung von Basisdaten haben mehr als 100 Ehrenamtliche über 400 künstliche Niststrukturen in ganz Deutschland betreut und damit wertvolle Daten für die Berechnung folgender Indikatoren geliefert: Artenreichtum, Abundanz, Evenness, Anzahl Rote Liste Arten und phylogenetischer Diversität. Daten zu dem in den Niströhren eingetragenen Pollen liefern darüber hinaus wichtige Informationen zu den verfügbaren Nahrungsressourcen in der Landschaft.