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Nützlinge in Refugialhabitaten Organismenvielfalt

Während viele Agrarflächen durch den Zyklus von Aussaat und Ernte in ständigem Wandel sind, dienen Landschaftselemente wie extensives Grünland und Streuobstwiesen als Rückzugshabitate für eine Vielzahl von Insekten. Von hier aus können diese Insekten auch die umliegenden Agrarflächen erneut besiedeln, sobald diese die passenden Lebensbedingungen aufweisen. Von der Anzahl und Vielfalt dieser Insekten hängt deren Beitrag zu diversen Ökosystemdienstleistungen ab. Neben der Bestäubung von Nutzpflanzen ist auch die Regulierung von Schädlingen durch Nützlinge wie räuberische Insekten und parasitoide Wespen von großer Bedeutung für unsere Agrarsysteme. Wir wollen die natürlichen Bestände dieser Nützlinge über lange Zeiträume beobachten, um zu klären, ob das voranschreitende Insektensterben auch Nützlinge in der Agrarlandschaft betrifft und deren Ökosystemleistung in der Agrarlandschaft bedroht. Um solche langfristigen Trends in einer Agrarumgebung, die im beständigen Wandel ist, aufzeigen zu können, haben wir uns für die Untersuchung der Nützlingsbestände in stabilen, naturnaheren Refugialhabitaten entschieden. Wir arbeiten an verschiedenen Ansätzen, um ein solches Langzeitmonitoring möglichst effizient zu gestalten. Zielorganismen sind Schwebfliegen, welche leicht von Ort zu Ort wechseln können und eine Doppelfunktion als Schädlingsvertilger und Bestäuber ausfüllen, und parasitoide Wespen als eher lokal gebundene Nützlinge. Zum einen werden klassische entomologische Fallen eingesetzt, aber auch automatisierte Insektenkamerafallen aus eigener Entwicklung. Diese sollen zukünftig für die Bestandsüberwachung eingesetzt werden. Des Weiteren testen wir Citizen Science Ansätze, um Bürgerwissenschaftler:innen in diese Bestandsüberwachung einzubinden.

Schwebfliegen sind neben Bienen die wichtigsten Bestäuber.
© JKI
Schwebfliegenlarven fressen Blatttläuse und können so deren Populationen regulieren
© Maximilian Pink
Untersuchungsfläche an der Bergstraße
© JKI