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Parasitoide Nützlinge in Refugialhabitaten

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) gilt als Hauptschädling im Anbau von Kernobst. In diesem Modul wird der Schadensdruck des Apfelwicklers gemessen, aber vor allem auch die Parasitierungsrate durch verschiedene parasitische Gegenspieler. Bürgerwissenschaftler*innen bringen im Sommer Wellpappestreifen an Apfelbäumen auf ihren Streuobstwiesen an, unter welche sich die Apfelwicklerlarven zum Überwintern zurückziehen. Im Spätherbst werden die Wellpappen vorsichtig entfernt und an das zuständige Forschungsinstitut geschickt. Dort wird die Anzahl der Apfelwicklerlarven und -puppen gezählt und diese nach Versuchsflächen getrennt überwintert. Im Laufe des nächsten Jahres schlüpfen nun Apfelwicklerfalter und ihre Gegenspieler: Parasitoide Wespen und parasitische Fliegen. Die Rate der parasitierten Apfelwickler gibt Aufschluss über das Maß an natürlicher Schädlingskontrolle, eine wichtige Ökosystemdienstleistung. Auch die Diversität der auftretenden Gegenspieler gibt vermutlich Aufschluss über die Qualität des Lebensraumes. Mit einer guten Koordination von Seiten der Wissenschaftler*innen kann in diesem Citizen-Science-basierten Modul ein sehr kosteneffizientes Monitoring bundesweit aufgestellt werden. 

Apfelwickler auf Apfel
Der Apfelwickler ist ein Nachtfalter, dessen Larven als Schädlinge im Obstanbau gelten
© JKI
Zwei Menschen hängen eine Falle auf
Das Anbringen von Wellpappen an Apfelbaumstämmen kann nach kurzer Einweisung von Bürgerwissenschaftlern übernommen werden
© JKI