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Organismenvielfalt

Landwirtschaftliche Produktionssysteme sind Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen und sind gleichzeitig von deren Wechselbeziehungen und Ökosystemleistungen abhängig, denn die Organismen tragen beispielsweise mit ihrer Bestäubungsleistung oder durch ihre natürliche Schädlingskontrolle zur Steigerung der Ertragsqualität und -quantität auf nahegelegenen Feldern bei. Durch Erhalt und Förderung ihrer Habitate in Agrarlandschaften können Bestäuber, Nützlinge und weitere Organismen erhalten und gefördert werden, um durch die Aufrechterhaltung relevanter Ökosystemleistungen die Leistungsfähigkeit von Agrarökosystemen zu unterstützen. 

Einfluss auf Agrarökosysteme üben ebenfalls Ackerunkräuter und Schaderreger aus. Ackerunkräuter bieten auf der Nutzfläche neben der eigentlichen Kulturart eine weitere pflanzliche Nahrungsquelle und Habitatstruktur für Insekten und Agrarvögel und begünstigen somit einen vielfältigen Acker und unterstützen dabei auch die Ökosystemleistungen von z. B. blütenbesuchenden Insekten. Auch Schaderreger bilden einen wichtigen Bestandteil in Nahrungsketten. Informationen zu Häufigkeiten und Diversität lassen Rückschlüsse auf das Regulationsvermögen und damit die natürliche Leistungsfähigkeit von Agrarökosystemen zu. Ab einem bestimmten Schwellenwert (Schadschwelle) gehören sie mit Blick auf die Kulturart hingegen zu unerwünschten Organismen. Ebenso ist die Bodenfruchtbarkeit von großer Bedeutung für die Agrarproduktion, denn fruchtbare Böden versorgen die in ihm wurzelnden Pflanzen mit Nährstoffen, Wasser und Luft und haben somit einen großen Einfluss auf den Ertrag und die Resilienz der Kulturpflanzen. Neben Boden- und Standorteigenschaften bestimmt u. a. die Vielfalt und Aktivität von Bodenorganismen wie Mikroorganismen und Regenwürmer die spezifische Bodeneigenschaften und Bodenfruchtbarkeit. Diese wird ebenso von der Bodenbearbeitung, Düngung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beeinflusst.

 

Um die Interaktionen und Wirkungszusammenhänge in einem Agrarökosystem zu verstehen ist es essenziell neben Insekten auch andere wichtige Organismengruppen in das Monitoring einzubeziehen. In MonViA werden dazu auch Bodenorganismen, Ackerwildkräuter und eine Auswahl an Schaderregern berücksichtigt.